Meine Arbeit unterscheidet sich ihrer Substanz nach nicht von der
anderer, sehender Schriftstellerinnen. In meiner Literatur verwerte
ich meine persönlichen Erfahrungen.
Aber das ist nicht alles: Auch meine berufliche Biographie versuche
ich einzubringen. Von Haus aus bin ich Theologin. Das heißt: Ich habe
von 1978 bis 1985 in Münster Evangelische Theologie studiert und mich
lange mit wissenschaftlicher
Bibelauslegung beschäftigt. Von 1985 bis 1989 war ich
wissenschaftliche Hilfskraft am Alttestamentlichen Seminar der Uni
Münster. Meine Erblindung hat diese wissenschaftliche Laufbahn
beendet. Nach allen Verlusten, die die große Wende in meinem
Leben mit sich brachte, blieb mir auch nach meiner Erblindung -
immerhin! - noch meine Phantasie. Schon früher hatte ich mich auf dem
literarischen Parkett versucht und sogar zwei kleine Lyrikbände
herausgebracht. Jetzt verlagerte ich meinen beruflichen Schwerpunkt
ganz auf die Literatur.
Heute versuche ich, Literatur und Theologie (Exegese) miteinander zu
verbinden. Beide bieten die Möglichkeit, Leben zu erfahren und zu
deuten. Und beide haben mit ein und derselben, einzigen Wirklichkeit
zu tun. Erwarten Sie keine frommen Sprüche von mir. Meine Vorträge und Artikel,
meine bissigen Verfremdungen von Bibeltexten haben schon manche
hitzige Debatte entfacht. Ich habe den Ruf, in meinen Geschichten
kein Blatt vor den Mund zu nehmen und meine Leser und Hörerinnen
nicht vor Härten zu schonen. Möchten Sie Einblick nehmen? Wenn Sie
sich für die Innenperspektiven behinderter Menschen, für Blindheit
und Organtransplantation oder das große Thema Bibel und Literatur
(narrative/literarische Exegese) interessieren, sind Sie bei mir an
der richtigen Adresse.
Sicher wollen Sie wissen, wie man als blinder Mensch lesend und
schreibend tätig sein kann. Hier ist die moderne
Kommunikationstechnik ein Segen. Ich arbeite mit einem ganz
gewöhnlichen PC. Er ist mit einer Sprachausgabe versehen, die mir -
wahlweise Seite pro Seite, Buchstabe für Buchstabe oder zeilenweise
- den Bildschirmtext vorliest. Und das Lesen? Kein Problem! Mit
einem Scanner kann ich jeden Text einlesen und ihn mir anschließend
von meiner Sprachausgabe vorlesen lassen. Soviel zur Technik. Wer
sich für weitere Details interessiert, kann auch bei der Firma
Audiodata nachschlagen...
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